Dieterich Buxtehude
Um 1637 vermutlich in Helsingborg geboren, als Sohn des Organisten Johannes Buxtehude (um 1602–1674). 1641/42 zieht die Familie auf die gegenüberliegende Seite des Öresunds, nach Helsingør. Der Vater ist Organist in der St. Olai Kirke; der Sohn lernt beim Vater. Über weitere Lehrjahre ist wenig bekannt. Dieterich erhält um 1657/58 den früheren Posten des Vaters in Helsingborg; 1660 zieht er wiederum nach Helsingør und wird Organist der dortigen Marienkirche.
1667, mit dem Tod Franz Tunders, bietet sich die Chance auf eine Anstellung in der Marienkirche in Lübeck. Nachdem mehrere Bewerber abgewiesen sind erhält Buxtehude den prestigeträchtigen Posten; wie sein Vorgänger Tunder wird er ausserdem Werkmeister der Kirche. 1668 heiratet er Anna Margarethe Tunder (7 Kinder; 3 sterben früh).
Er baut die schon unter Tunder erfolgreichen ‚Abendmusiken’ zu aufwändigen geistlichen Konzerten aus. Beschreibung in einem Lübecker Stadtführer, Die beglückte und geschmückte Stadt Lübeck (1697):
„Westlich zwischen den beeden Pfeilern der Thürme ist zu sehen das große und prächtige Werck die Orgel, welche, wie auch die kleine (Orgel), der Welt-berühmte Organist und Componist Dietrich Buxtehude anjetzt verwaltet; da dann insonderheit auff der grossen Jährlich von Martini biß Weynachten an 5. Sonntagen die angenehme Vocal- und Instrumental Abend-Music nach der Sonntags-Vesper-Predigt, von 4. bis 5. Uhren, das sonst nirgends wo geschiehet, von vorgedachtem Organisten als Directore kunst- und rühmlich praesentiret wird.“
Buxtehude reist vermutlich relativ wenig, unterhält aber Kontakte mit Kollegen, mit Johann Adam Reincken, Christoph Bernhard und Matthias Weckmann in Hamburg, Johann Theile (einige Jahre in Lübeck), Johann Valentin Meder, Andreas Werckmeister, Gustaf Düben (Stockholm). Dass viele Vokalwerke Buxtehudes erhalten sind, ist der Sammeltätigkeit Dübens zu verdanken. Ein wichtiger Teil seiner Orgelwerke ist durch Werckmeister und J. G. Walther vermittelt.
Nicolaus Bruhns und Andere lernen bei Buxtehude; gut beschrieben ist der Besuch Matthesons und Händels (August 1703),
legendär der Besuch Bachs (1705/06). Die
Abendmusiken des Jahres 1705 hat Bach zweifellos gehört.
1707 Tod Buxtehudes. Die Nova literaria Maris Balthici vermeldet:
„Die IX. Maji diem obiit supremum artis Musicae peritissimus, si quis, Magister ... Didericus Buxtehude ... (Am 9. Tag des Monats Mai ging in die Ewigkeit ein der unvergleichlich bedeutendste musikalische Künstler, der 38 Jahre lang das Amt des Organisten bei uns in der Marienkirche versehen hat, Dieterich Buxtehude, dessen Name sowohl bei den in diesen Dingen Sachkundigen bekannt ist, dem aber auch sonst ein großes Gedenken bewahrt wird. Seine Heimat war Dänemark. Von dort kam er hier an unsere Gestade und brachte es auf eine Lebenszeit von ungefähr siebzig Jahren.)“ |
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Johann Gerhard Krüger: Die beglückte und geschmückte Stadt Lübeck ...
Lübeck 1697, S. 114 (Quelle: Bayerische Staatsbibliothek) |
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Bericht zum Tod Buxtehudes in der Nova literaria maris Balthici ...
MDCCVII, Lubecae & Hamburgi
Original: Österr. Nationalbibliothek; Scan: Google Books |
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